"Hier hatte die Natur im Sinn, ein Fenster nach Europa hin", dichtete Alexander Puschkin in seinem 1833 veröffentlichten Versdrama "Der eherne Reiter", das zu seinem Spätwerk zählt und eine Hommage an das berühmte Denkmal Peter des Großen, den Stadtgründer von Sankt Petersburg, ist. Puschkin, der 1837 an den Folgen eines Duell verstarb, verbrachte seine letzten Lebensjahre an der Newa und wusste um die Bedeutung der Metropole als offenes Tor in den modernen, aufgeklärten Westen.

Das Denkmal des Ehernen Reiters am Ufer der Newa ist auch heute ein Anziehungspunkt für die Stadtbewohner und ihre zahllosen Gäste. Zar Peter auf dem Bronzepferd - ein Anlass sich zu erinnern, wechselvolle Geschichte diese Stadt erlebte. Über zwei Jahrhunderte hieß sie Sankt Petersburg, wurde 1914 in Petrograd umbennant und erhielt schließlich nach Lenins Tod den Namen Leningrad. Eine Stadt, die der Belagerung im Zweiten Weltkrieg widerstand und nicht unterging. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bekam sie wieder ihren alten, ehrwürdigen Namen zurück.

Petersburg ist ein kultureller Kosmos - eine russische und eine europäische Kulturmetropole par excellence. Wer zum erstem Mal hier weilt, kann Lothar Deeg, einen Kenner von "Pieter", wie die Stadt liebevoll genannt wird,  für eine spezielle private Führung buchen. Der Autor hat gemeinsam mit dem Lübecker Reisefotograf Olaf Meinhardt die "Lebensfreude an der Newa" aufgesaugt. Das ist zugleich die Unterzeile für ihren Bildatlas "St. Petersburg", der beim DuMont Reiseverlag erschienen ist. Eine wunderbare lebendige und farbenfrohe Visitenkarte und ein Stadtporträt, an dem man sich nicht sattsehen kann.

In fünf Kapiteln - St. Petersburger Zentrum, Am Newskij Prospekt, Jenseits der Newa, Abends und Nachts und Die Umgebung - erschließt sich die Schönheit von Petersburg mit den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und Entdeckungen besonderer Art. Ob Eremitge, Erlöser-Kirche, Marinskij-Theater, Katharinenpalast, Newskij Prospekt oder Peterhof - man ist mittendrin im quirligen Alltag einer Stadt, wo jeder Stein Historie ausstrahlt. Eine Stadt, die niemals zur Ruhe kommt und doch viele Ruheoasen bietet. Ein besonderer Tipp ist die Einladung zum Radeln durch die Weißen Nächte, in die Unterwelt der Metro, die mit ihrem Glanz wohl die Moskauer noch übertrifft, in das "Café Idiot", benannt nach dem berühmten Roman von Fjodor Dostojewski oder in den Feinkostladen Jelissejew (Jugendstil) am Newskij Prospekt.

Viele Tipps und Infos vervollständigen diese Stadt-Tour, begleitet von Geschichten und Episoden und illustriert mit herrlichen Farbfotos.

Lothar Deeg, Olaf Meinahrdt: "St. Petersburg. Lebensfreude an der Newa". Bildatlas Nr. 193. DuMont Reiseverlag, Ostfildern, 2017. 121 Seiten, 9,95 Euro