Beim deutschen Publikum punktete die schwedische Fernsehserie "Springflut" (2016) leider nicht so wie "Wallander" oder "Kommissar Beck". Die Zuschauer waren wohl etwas enttäuscht von der kühlen, sich langsam dahinziehenden Handlung, die sich Stück für Stück wie ein Puzzle zusammensetzte. Trotzdem ist dieser Fünfteiler (im Original zehn Teile), der bei uns bereits im November und Dezember 2017 im ZDF gesendet wurde, sehenswert. Gut gemacht und spannend bis zum Schluss, mit Skandinavien-Flair. Im Fernsehen dürfte er gelegentlich wieder einmal zu sehen sein. Erschienen ist die Serie auf DVD bei Edel:Motion (3 DVDs).

"Springflut" entstand nach dem gleichnamigen Bestseller der schwedischen Autoren Cilla und Rolf Börjlind, der auch bei uns von den Krimilesern begeistert aufgenommen wurde.

Die jungen Polizeischülerin Oliva Rönning (Julia Ragnarsson) beschäftigt sich im Auftrag der Stockholmer Polizeihochschule mit einem Cold-Case-Fall, der 1990 auf der Insel Nordkoster geschah. Eine junge, schwangere Frau wurde bis zu den Schultern am Strand von Nordkoster eingegraben. Der einsetzenden Springflut konnte sie nicht entkommen und ertrank. Ein abscheuliches Verbrechen, das in den Filmbildern in mehrfacher Wiederholung äußerst dramatisch wirkt.

Olivia Rönning lässt der Fall nicht mehr los, sie will wissen, wer diese Frau war, wie sie hieß und wer sie umgebracht hat. Außerdem möchte sie ihren Studienauftrag mit einer guten Leistung erfüllen. Diese Tatsache rückt für die ambitionierte Ermittlerin in spe angesichts der schwierigen Nachforschungen immer mehr in den Hintergrund. Unterstützung findet die junge Frau bei Tom Stilton (Kjel Bergqvist), der vor 25 Jahren die Ermittlungen in diesem Fall leitete und jetzt als Obdachloser dahinvegetiert. Er erwacht erst aus seiner Lethargie, als seine Freundin, die obdachlose Vera (Anna Wallander) von Jugendlichen erschlagen wird. Hinzukommt: Olivias verstorbener Vater hat als Polizist und Stiltons Partner an diesem Fall, der nie aufgeklärt werden konnte, mitgearbeitet.

Damit verbinden sich die Fäden des Geschehens und führend direkt zu Olivia Rönning. Was sie noch nicht ahnt, bald wird sich ihr Leben von einem Moment auf den anderen verändern. Kjell Bergqvist verkörpert seine Figur überzeugend im traurig-müden Elend bis hin zu wütenden Ausbrüchen. In einer wichtigen Nebenrolle als Eva Carlsén ist die schwedische Schauspielerin Angela Kovács zu sehen, bekannt als Hauptdarstellerin aus der Serie "Irene Huss".