Kate Burkholder, Polizeichefin von Painters Mill, US-Bundesstaat Ohio, wird von der New York State Police um Hilfe gebeten. Sie soll undercover in einer Amisch-Gemeinde ermitteln. Denn dort, so erfährt sie, geschehen "schlimme Dinge". Auslöser ist der Tod eines 15-jährigen Amisch-Mädchens, das erfroren im Wald aufgefunden wurde. Die Autopsie bringt weitere Erkenntnisse: Rachel Esh war schwanger, es wurde eine Abtreibung vorgenommen und der Körper war mit Schmerzmitteln vollgepumpt.

Die Polizistin gerät in ein kompliziertes Dorfgefüge, in dem ein zwielichtiger Bischof das Sagen hat. Ihr Vorteil bei ihren geheimen Ermittlungen: Sie war selbst einmal amisch, sagte sich aber los und wurde von der Glaubensgemeinschaft verstoßen. Da sie als "Englische" aber noch gut das dort gesprochene Pennsylvaniadeutsch beherrscht, ist sie prädestiniert für diesen Job. Vor allem unter den Frauen in der kleinen Gemeinde, die sich zum Quiltnähen treffen, kann sie Vertrauen aufbauen. Die Gefahr, dass ihre falsche Identität auffliegt, ist allerdings groß.

Die US-amerikanische Bestsellerautorin Linda Castillo legt mit "Böse Seelen" (2016) ihren achten Thriller in der Kate Burkholder-Reihe vor. Das Buch liest sich flott, aber man weiß sehr schnell, was für ein mieser Typ Bischof Eli Schrock ist, der seine Schäfchen nach Belieben manipuliert und dafür bis zum Äußersten geht.

Die Story ist leider zu durchsichtig, punktet aber zum Schluss mit einem rasanten Showdown. Deshalb ist dieses Buch nicht das beste in der Reihe, etwa im Vergleich zu Thrillern wie "Wenn die Nacht verstummt" oder "Mörderische Angst". Fazit: "Böse Seelen" liest sich gut, unterhält und hat packende Spannungsmomente, befriedigt letzten Endes aber nicht. Neu ist, dass Kate Burkholder als Ich-Erzählerin auftritt.

Linda Castillo: "Böse Seelen". Thriller. Aus dem Amerikanischen von Helga Augustin. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2017. 352 Seiten, 9,99 Euro